Stadtpark Pulkau

Pulkau, NÖ

1. Platz Wettbewerb

Leistungsumfang: Planung, Bauaufsicht
Laufzeit: 2002-2004

Der Stadtpark ist aufgrund der unterschiedlichen Wege die durch ihn führen ein Knotenpunkt im Dreieck zwischen Brücke, Spritzenhaus und Spielplatz der als Drehscheibe und Kommunikationsraum für die Parkbenutzer dient. Der westlich angrenzende Bereich bildet die ruhige Mitte des Parks und bietet sich daher als abgegrenzter Erholungsraum an. Der offene, freie Platz zur Bahnstraße hin ist vielfältig nutzbar und kann daher ein idealer Begegnungsraum vor allem für Jugendliche sein. Für die Abhaltung von Veranstaltungen können der Erholungs- und der Begegnungsraum zu einem Festplatz verbunden werden.

Der Spielraum soll am bestehenden Standort neu gestaltet werden. Die große zusammenhängende Fläche mit dem Baumbestand lässt sich optimal gliedern, die randliche Lage vermeidet Konflikte mit anderen Parknutzern und Anrainern.

Als Hauptzugang soll der zentral gelegene Eingang vom Hauptplatz fungieren. Anrainer, EVN und anderen Nutzer können hier zufahren. Alle weiteren Zugänge sollen nur von Fußgängern benutzt werden.  

Die Haupterschließung soll vom Hauptplatz erfolgen. Hier soll es die einzige freie Zufahrtsmöglichkeit geben und auch der ruhende Verkehr soll durch Grüninseln etwas zurückgedrängt werden. Begrünte Rankgerüste, die auch für das Anbringen von Infotafeln genutzt werden können, rahmen und betonen die Eingangsbereiche. Wo notwendig sollen umlegbare Poller eine Zufahrt ermöglichen.

Der Baumbestand des Parks stellt bereits ein wertvolles Element dar und soll daher weitgehend erhalten bleiben.

Die großflächigen Bereiche und Durchgänge werden mit  wassergebundener Decke  befestigt. Dadurch werden Grabarbeiten für Einbauten und Unterbau vermieden und der Wurzelraum der empfindlichen Rosskastanien geschont.

Der zentrale Treffpunkt am Kreuzungspunkt der Gehlinien wird durch eine Pflasterung betont und von Rankgerüsten, die sich zu den Gehlinien hin öffnen, umrahmt.

Das gestalterische Hauptelement bilden Metallsäulen mit gespannten Querdrähten, berankt von Wildem Wein. Diese Weinlauben stellen ein Zitat aus den umliegenden Weingärten dar und bilden einen auflockernden Kontrast zum Baumbestand. Sie ziehen sich durch alle Räume des Parks und wirken sowohl begrenzend als auch verbindend. Zusammen mit mobilen Bänken und Tischen schaffen sie heimelige und schattige Bereiche zum Sitzen für ältere Personen, Eltern die ihre Kinder zum Spielplatz begleiten und auch Jugendliche.

An den Enden der Weinlauben wird der langgestreckte Park durch Metallsteher räumlich unterteilt. Die einzelnen Parkbereiche werden so in ihrer Größe und Geschlossenheit besser erleb- und nutzbar. Zusätzlich können die Metallsteher als praktische Montagestangen (für Lautsprecher, Beleuchtung etc.) bei Festen dienen.

Entlang der Pulkau werden die Weinlauben verlaufend bis auf Geländerhöhe abgesenkt. Dieses Geländer wird im Begegnungsraum bis zu einem Holzpodest, das über das Bachbett der Pulkau hinausragt, weitergeführt. Das Podest mit Bänken ist um einen der bestehenden Bäume herumgebaut. Dieser offene sonnige Sitzplatz mit Ausblick über den Bach kann sowohl für ältere Leute als auch Jugendliche ein attraktiver Anziehungspunkt sein. Da ältere Personen mehr unter tags und Jugendliche eher abends das Podest nutzen werden, lassen sich Konflikte ausschließen. Um einen interessanten Ausblick zu gewährleisten, muss allerdings auch eine attraktivere Gestaltung des Bachufers erfolgen.

Der Begegnungsraum ist frei und offen und somit variabel nutzbar – zum Ballspielen, Fahrradfahren, Festefeiern etc. – fixe Gestaltungselemente sind deshalb nur in den Randbereichen vorgesehen.

Der Spielraum wird von der Straße durch Geländemodellierungen und Strauchbepflanzungen dicht abgegrenzt und zum Treffpunkt und der Promenade hin geöffnet. Er untergliedert sich in eine ruhige Zone für Kleinkinder am östlichen Rand, einen Bereich mit Baumbestand und eine freie Bewegungsfläche. Die Herstellung der Spielflächen soll gemeinsam mit den Kindern erfolgen.

Zur Straße hin sollen zwischen den Bäumen Wildsträucher, Spielhügel und –wellen nicht nur eine Abgrenzung schaffen sondern gleichzeitig vielfältige Spiel- und Rückzugsmöglichkeiten bieten. Die bestehenden Bäume sollen ausgestattet mit Netzen, Seilen, Brücke und Baumhaus zum Klettern, Hanteln und Spielen einladen. Die befestigte Fläche beim Treffpunkt dient für Bewegungsspiele.

Die bestehenden Bäume bilden eine wichtige Grünzone mit großer Wirkung auf das Kleinklima in unmittelbarer Nähe zum Ortszentrum und sollen jedenfalls erhalten bleiben. Jedoch sollen die bestehenden Hecken entlang der Pulkau entfernt werden, da sie monoton wirken und den Park optisch in die Länge strecken. Als Ersatz sollen heimische Wildsträucher locker und bunt gemischt gepflanzt werden. Die Auswahl der Straucharten würde nach Standortverträglichkeit, Ungiftigkeit, Bienen- und Vogelweide, Blüten- und Fruchtschmuck und Duft erfolgen. Als Ergänzung zum Spielplatz wäre auch die Gestaltung eines kleinen Bereichs als „Lehrgarten“ möglich.

Das Bachbett der Pulkau soll kurzfristig durch angepasste Bepflanzung (Gräser, Sumpf- und Wasserpflanzen, Sträucher im Oberhang) attraktiver gestaltet werden. Mittelfristig sollte unter Miteinbeziehung des Wasserverbandes eine komplette Renaturierung angestrebt werden.

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